Fortbildung für Kindergartenbetreuerinnen

Unsere Partnerorganisation OMCV betreibt als Nichtregierungsorganisation im Kreisgebiet von São Filipe sechs Kindergärten. Die Finanzierung steht auf wackeligen Füßen und ist vom Zufluß von Sponsoren-geldern abhängig. Aus Kostengründen gibt es nur sehr wenige ausgebildete Erzieherinnen. Die meisten Mitarbeiterinnen sind junge Mütter oder Frauen, deren pädagogische Erfahrung darin besteht, selbst Kinder groß gezogen zu haben. Manche sind wahre Naturtalente, andere weniger.

In der Zusammenarbeit mit diesen Kindergärten wurden zwei Problemfelder deutlich.

1.   Umsetzung pädagogischer und organisatorischer Vorgaben

Für die ca. 30 Kindergärten im Kreisgebiet gibt es eine pädagogische Leiterin. Sie trifft sich in regelmäßigen Abständen mit den ca. 100 Betreuerinnen aller Kindergärten und verteilt die Pläne für die pädagogische und organisatorische Gestaltung der einzelnen Wochen. Diese Pläne werden von den unausgebildeten Betreuerinnen oft nicht verstanden bzw. es fehlt das know-how, diese Vorgaben in praktisches Handeln umzusetzen. Eine detaillierte und individuelle Hilfe seitens der pädagogischen Leiterin ist aber aufgrund von Arbeitsüberlastung nicht möglich.

Die unausgebildeten Betreuerinnen wurschteln sich also notgedrungen so durch und sind mit ihrer Arbeit oft unzufrieden und überfordert.

2.   Spielen und Kommunikation

Insbesondere die älteren Betreuerinnen waren in einer Zeit Kind, als es weder Spielzeug noch Kindergärten gab und die Kinder von frühester Jugend an im Haus und auf dem Feld mitgearbeitet haben. Sie haben schlichtweg nie gespielt und ihnen fehlt das Verständnis für den Sinn von „Spielen“. Sie sehen ihre Hauptaufgabe darin, die Disziplin aufrecht zu erhalten  und jederzeit einen sauberen und gut aufgeräumten Kindergarten präsentieren zu können.

Die von unserem Verein angestellte Sozialarbeiterin Samira bietet für diese Betreuerinnen regelmäßig mindestens einmal im Monat eine praxisbegleitende Fortbildung an, die diesen beiden Problemfeldern Rechnung trägt.

  • Sie unterstützt die Betreuerinnen bei der Entwicklung von Tagesplänen und konkreten Handlungsabläufen.
  • Sie vermittelt Kommunikationstechniken, ermuntert zum gemeinsamen Spiel mit den Kindern und zeigt, dass es überhaupt nicht unter der Würde einer Betreuerin ist, sich gemeinsam mit den Kindern auf den Fußboden zu setzen und zu spielen.

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