Das war die Jahreshauptversammlung 2017

StempelAm 9.4.2017 fand in Flensburg unsere diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Persönlich anwesend waren sechs Vereinsmitglieder und ein Gast, der sich nach der Versammlung dazu entschloss, ebenfalls Vereinsmitglied zu werden. Außerdem waren zwei weitere Vereinsmitglieder per Videokonferenz dazugeschaltet.

Die Technik hat funktioniert und wir werden in Zukunft von dieser Möglichkeit verstärkt Gebrauch machen. Von unseren 29 Vereinsmitgliedern leben nur noch 11 in Flensburg oder im Umfeld. Alle anderen sind über Deutschland, Cabo Verde, die Schweiz und Österreich verteilt und können so besser am Vereinsgeschehen beteiligt werden.

Das Protokoll der Versammlung finden Mitglieder im paßwortgeschützen Mitgliederbereich. Der Tätigkeitsbericht 2016 ist allgemein zugänglich. Hier die wichtigsten Punkte der Versammlung:

Das Ergebnis der Wahlen: Zur neuen Vereinsvorsitzenden wurde einstimmig Juliette Brinkmann (Mindelo/Berlin) gewählt. Neue ebenfalls einstimmig gewählte Schriftführerin ist Iris Schöning (Bremen). Der alte und neue Kassenwart Mike Goike (Mindelo/Flensburg) wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt und als neue Revisorin wurde ebenfalls einstimmig Brigitta Lersner (Flensburg) gewählt.

Die Projekte „Gesund im Mund“ und „Informationsnachmittage für Eltern von Vorschulkindern“ werden auf den Inseln Fogo und São Vicente erfolgreich fortgeführt. Das Projekt „Kindergartenpatenschaften“ läuft derzeit auf Fogo und wird mit Beginn des neuen Kindergartenjahres im September auch auf der Insel São Vicente umgesetzt.

Die neue Projektidee, im Ort Salamansa auf der Insel São Vicente den Kinderfußball zu unterstützen, traf auf breite Zustimmung.

Zahnärztin Monika Kienass und „Fogos Kinder“ haben einen Film zu kindgerechter Zahnputztechnik  in kreolischer Sprache gemacht. Er soll im Rahmen des Projektes „Gesund im Mund“ eingesetzt werden.

 

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Salamansa

… ein Dorf im Norden der Insel São Vicente. Etwa 1200 Menschen leben hier. Einige betreiben Fischfang, wenige haben eine Arbeit in der großen, 7 km entfernten Stadt Mindelo, die meisten warten auf einen Gelegenheitsjob. Aber der kommt selten. „Armut und Lethargie“ waren die Worte, die mir beim ersten Besuch durch den Kopf gingen.

Cesária Évora hat diese Stimmung in einer Morna über den „Sand von Salamansa“ perfekt eingefangen:

Seit Januar 2017 sind wir mit dem Projekt „Gesund im Mund“ in Salamansa aktiv. Die Motivation der Betreuerinnen, regelmäßiges Zähneputzen in ihrem Kindergarten einzuführen, ist groß und unser Einsatz wird hoch geschätzt. Sie berichten allerdings von vielen Schwierigkeiten mit den Eltern und deren mangelndem Interesse an der Entwicklung ihrer Kinder. Ähnliches haben wir auch von einer Lehrerin der lokalen Grundschule gehört. Es ist, als hätten die Eltern die Hoffnung auf ein besseres Leben für ihre Kinder schon aufgegeben.

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Salamansa hat einen Fußballplatz und die Herrenmannschaft spielt in der Inselliga. Organisierten Kinderfußball gibt es bislang nicht. Nur Nuno, ein engagierter Ligaspieler, bietet am Sonnabend ein Kindertraining an, zu dem 30 bis 40 Jungen und Mädchen im Alter von 6 -15 Jahren kommen.

Viele haben keine Turn- oder Fußballschuhe und so wird in den Trainingspausen fleißig hin und her getauscht. „Wenn wir mehr Schuhe hätten, kämen bestimmt doppelt so viele Kinder“, sagt Nuno. „Und 3 Fußbälle sind eigentlich auch zuwenig, man kann nur Spiele machen, sonst stehen ja alle bloß rum.“

Salamansa1

Unser Verein hat ja schon einige Erfahrung mit der Unterstützung von Kinder-fußball gesammelt und so liegt der Gedanke nahe, auch hier in Salamansa aktiv zu werden. Regelmäßiges Training würde dem tristen Alltag der Kinder ein bißchen mehr Struktur und Lebensfreude geben und über sportlichen Erfolg läßt sich vermitteln, dass auch ein Leben in Salamansa keine Sackgasse ist.

Was wir brauchen sind gut erhaltene Schuhe, Bälle, Leibchen und Hütchen und als Krönung ein einheitliches Trikot – das wär’s!

Also liebe Fußballfreunde, Eltern, Trainer, Fußballvereinsmitglieder, Zeugwarte, Sportladenbesitzer, DFB-Sponsorenabteilungsleiter und alle anderen auch: „Fällt euch da was zu ein?“

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Carnaval in Mindelo

MandinginhasIn den letzten Tagen funktionierte nicht viel in Mindelo, aber der Carnaval dafür umso mehr. Hier ein Beitrag aus dem Telejournal zum offiziellen Karnevalsumzug.

Der Karneval beginnt am Freitag mit den ersten Animationen und zieht sich über fünf Tage bis zum Nachmittag des folgenden Mittwoch. Alle Institutionen, Kindergärten, Schulen, die Uni, Sportvereine etc. veranstalten Umzüge, auf die man sich lange vorbereitet hat. Neben diesen geplanten Veranstaltungen gibt es spontane happenings und Musikdarbietungen an allen Ecken und Kanten.

Ein Highlight ist der nächtliche Umzug der Sambaschule Samba Tropical. Viele Besucher kommen aus Übersee und geben ein Heidengeld für Kostüme aus, nur um beim defile dabei sein zu können. Es ist einfach eine große Ehre und der Traum vieler Mindelenser. Einige jüngere Frauen haben allerdings auf eine Kostümierung komplett verzichtet und diesen Mangel durch eine Ganzkörperbemalung ausgeglichen.


Die Auflösung läßt sich im Video einstellen

Wem es am nötigen Kleingeld gebricht, dem bietet sich eine interessante Alternative: er wird Mendinga. Dieser beschmiert sich mit Ruß oder Schlamm, dekoriert sich mit einem Rinderschädel, parfümiert sich mit stinkigem Fisch und gebärdet sich zügellos.

Und wer – wie ich – glaubt, am Mittwoch sei dann alles vorbei, der hat sich schwer getäuscht. Heute, am Sonntag danach, wälzt sich wieder eine riesige Menschenmenge durch die Straßen und die Stadt vibriert im Rhythmus der Trommelgruppen und Karnevalsschlager. Wie ich erfahre, ist dies die „Beerdigung des Karneval“ und keinesfalls die letzte.

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